Langer Text zu Brettspiele und KI

Skellig Games hatte auf Gamefound eine Kampagne für das Spiel "A Life" gestartet und am Anfang Karten mit KI generierten Bildern gehabt.

Ich bin jetzt nicht grundsätzlich Gegner von generativer KI. Sie spart mir beruflich einiges an langweiliger Arbeit (Management Bullshit Bingo Texte) und sie ermöglicht untalentierten aber kreativen Menschen auch kreative Ideen bildlich umzusetzen (auch mir, der Afantasie hat und sich keine Bilder visuell vorstellen kann). Aber das nur zu Einordnung meiner Haltung zu KI.

Bei Spielen finde ich es schwierig. Gerade im mittleren und gehobenen Preissegment. Da sollte es doch möglich sein mehr Geld für Grafik und Design an kreative Menschen fliessen zu lassen.

Skellig Games hat das im Laufe der Kampagne eingesehen und ist auf künstlerische Handarbeit geschwenkt.

Dafür ein dickes Lob an Skellig Games.
Eigentlich mehr als ein Lob. Ganz viele. Denn alleine einen Fehler einsehen und zu korrigieren ist sowas besonderes heutzutage.

So ein Schwenk inmitten einer Kampagne ist nicht ohne Risiko. Und dann ohne Auswirkungen auf den Preis in der Kampagne. Wie es Auswirkungen auf den Preis der Retailversion haben wird, weiß ich nicht. Und ob es sich wirtschaftlich für Skellig auszahlen wird, weiß ich auch nicht.

Selbst, wenn es zum Platzen der KI-Blase kommt, werden einigen Bereiche erhalten bleiben. Grafikdesign und Übersetzungen. Es spart sehr viel Zeit und damit Geld.

Was im Bereich Brettspiele langfristig zu günstigeren Spielen, bzw. Preisstabilität oder zu besserer finanzieller Sicherheit der Verlage führen könnte oder zum Luxusleben der Verleger:innen (vorsicht, der letzte Punkt war ironisch).

Im Kapitalismus, selbst in seinen nettesten Ausprägungen, müssen Unternehmen profitabel sein. Und da wir in nächster Zeit nicht mit dem Ende selbigen rechnen können, was sind die Alternativen?

Ich fände ja einen Solidaritätsfond gut, aus dem Verlage Unterstützung bekommen können, wenn sie keine KI einsetzten. Dieser Fond kann sich z.B. durch einen Extra Euro pro Verkauften Spiel, und was sehr toll wäre, aus einem 1 Euro Aufschlag auf Messepreise speisen.

Andere Ideen? Resignieren? Höhere Preise hinnehmen, wenn keine KI eingesetzt wird? Oder ist es egal und der Zug ist abgefahren?

#Brettspiele #boardgames #KI #AI #KIKunst #AIART #Solidarität #FrageZumSonntag

Replying to @bundeskater@veganism.social

@bundeskater Meiner Ansicht nach ist dein Text auf so vielen Ebenen falsch, dass ich mehrere Post benötigen werde, darauf einzugehen, da ich (berechtigterweise) auf 500 Zeichen limitiert bin.
Ich werde dazu einige Prämissen aufstellen müssen (Teil 1) und werde auf Moral (2), deinen Lösungsansatz (3) und die Reaktion von Skellig (4) eingehen.
Die Prämissen:
* "KI"-Einsatz spart Geld (gewagt)
* Die Antwort wird Aspekte simplifizieren
* Kapitalismus kennt keine Moral, sondern Haftungsrisiken.

Jul 5, 2026, 21:06 UTCde

Replying to @jerk@brettspiel.space

@bundeskater "KI"-Einsatz beruht auf (leider nicht justiziablen) Diebstahl. Künstler:innen, die unser Hobby bereichert haben, werden um ihr Schaffen und zukünftigem Lebensunterhalt beraubt. "KI-Einsatz" ist ökol. Raubbau.
Eingedenk Prämisse 3 ist es unsere Aufgabe, den Einsatz von "KI" zu verteuern. Wir sind die lukrativeste Kundschaft und es ist ein Konsumermarkt. Wir haben die Wahl und die Macht, unsere Spiele nicht von einer seelenlosen Maschine kreieren zu lassen.

Replying to @jerk@brettspiel.space

@bundeskater Kapitalistisch betrachtet, kann eine Einsparung in den Produktionskosten entweder an den Verbraucher weiter gegeben oder als Gewinn verbucht werden. Ersteres bedeutet, Spiele müßten billiger werden (was nicht der Fall ist), letzteres ist angesichts der Kolletaralschäden bei betroffenen Künstler:innen (demnächst auch Autor:innen?) inakzeptable.
Der einzig wirksame Ansatz ist der Boykott und die Bevorzugung von nicht-"KI" Unternehmen - win-win!

Replying to @jerk@brettspiel.space

@bundeskater Der fall Skellig zeigt, dass das Folgen hat und anders als in anderen Branchen wirksam ist. Hätten wir nicht reagiert, wie wir reagiert haben, hätte es kein Umdenken gegeben. Wie gesagt, es ist ein Konsumermarkt. Das Umdenken ist zwar löblich, aber auch existenziell, solange wir unseren Widerstand aufrecht erhalten. Dafür benötigt es keine aufwändigen "Bonusprogramme"; wir sind der Markt und wir regeln das selbst. Die Unbelehrbaren gehen pleite, die Anständigen machen mehr Umsatz.

Replying to @jerk@brettspiel.space

@bundeskater Zu guter Letzt noch zum Einsparungspotential von "KI". Angesichts der Transformation zu Token-basierender Abrechnung wird dieser in sehr naher Zukunft schwinden und erste Beispiele zeigen eine 180°-Kehre von Unternehmen. Die fehlende Transparenz der Ausgaben und damit der Bugetiermöglichkeit machen "KI" zu einem unternehmerischen Risiko. Sollte das in der Form andauern, wird der Gesmtgewinn größer sein bei Anwerbung menschlicher Unterstützung; von Öko-Aspekten mal ganz zu schweigen.