Nachdem die deutsche Regierung jetzt das Informationsfreiheitsgesetz quasi abschaffen will, frage ich mich ernsthaft, ob nur noch zwei demokratische Parteien im Bundestag sitzen. Und weiterhin frage ich mich, warum diese Parteien, Grünenund Linke, zusammen nur auf 26% kommen. Ich frage mich, wie legitimiert ein Parlament ist, in dem 13% Wählerstimmen unter den Tisch fallen aufgrund der 5% Hürde.

Replying to @AlienJay@burningboard.net

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Wir haben in Dänemark die 2% Hürde und bekommen auch mit 12 Parteien im Parteien Regierung Zustände. Und die Rechten teilen sich so auf drei Parteien auf. Die Parteien haben klarere Profile. Es gibt auch drei grüne Parteien. Natürlich braucht man dafür ein sehr viel kompromissorientierteres Parlament. In Dänemark hat das dazu geführt, dass Gesetze eigentlich immer unter Beteiligung der Opposition gemacht werden.
Und es führt auch zu einer stabileren Demokratie, weil die Leute sich mit ihren Interessen präziser entscheiden können. Kleinere Parteien kommen mehr vor und können Akzente setzen. Wie gerade die Alternativet beim Tierschutz gerade. Oder Enhedslisten mit kostenlosem ÖPVN für junge Menschen und kostenloser Zahnmedizin in den nächsten 10 Jahren. Diese Sachen sind jetzt Regierungsprogramm ohne das beide Parteien in der Regierung sind, da sie für die Mitte zu radikal sind.

Jul 6, 2026, 07:46 UTC

Replying to @Dodo_sipping@cupoftea.social

@Dodo_sipping@cupoftea.social
Hmm, die Danske Folkeparti, die auch die Remigration will, hat bei den letzten Wahlen auch ziemlich gut abgeschnitten. Aber eben mit 12%. Die anderen beiden Rechtsaußen haben verloren.
Volkscharakter daran glaube ich nicht. Es ist viel mehr eine Entwicklung. Und liegt in der Geschichte Dänemarks begründet.
Im 19. Jahrhundert geschehen drei Sachen nahezu gleichzeitig.
Die Folkehøjskolebevægelse (Volkshochschulbeqegung) durch Grundtvig
Die Andelsbevægelse (Genossenschaftsbewegung)
Das erste demokratische Grundgesetz (Grundlov)

Bei der Volkshochschulbeqegung ging es Darum, dass die Menschen das lernten, was sie brauchten, um in ihrem Leben besser klarzukommen . Desweiteren war es immer Lernen auf Augenhöhe und die Debattenkultur das Argumetierenn waren ein wichtiger Teil (levende ord). Die Bildung war kostenlos und wurde sehr von der Landbevölkerung genutzt, die ansonsten kaum Bildung hatte und sich selbst zu mündigen Bürgern erzog. Die Folkehøjskole gibt es heute noch.
Die Genossenschaftsbewegung organisierte sich aus Kleinbauern, die nur so Landmaschinen kaufen konnten und auch auf anderen Gebiwten kooperierten, um mit den Großbauern konkurrieren zu können. Hier hatte jeder Bauer unabhängig von seinem Anteil das gleichen Stimmrecht und Entscheidung wurden demokratisch entscheiden.
Das erste demokratische Grundgesetz 1849 wurde von König initiert, der den Absolutismus abschaffen. Es bekamen 15% der Bevölkerung das Wahlrecht, was damals recht viel war.

Ich glaube, dass die Folkehøjskolebevægelse und die Andelsbevægelse die entscheidenen Punkte sind, warum Dänemark heute eine Konsensdemokratie ist und die Hierarchien flach. Letzteres kann aus dem Alltag bestätigen. Auch Chefs müssen sich den Respekt hier verdienen. Der Umgang ist ein ganz anderen.
Ich glaube, es liegt daran, dass Dänemark auch heute noch ein sehr landwirtschaftlich geprägtes Land ist und sich beide Aspekter an die einfache Landbevölkerung richteten und populär waren und so eine sehr basisdemokratische Kultur entstehen konnte. Und eben auch, dass Gleichheit einer der wichtigsten Werte in Dänemark und einer der härtesten Streitpunkte in der Politik darstellt.

Bisschen lang geworden. Sorry, hatte ich gerade in der mündlichen Prüfung
😁

@AlienJay@burningboard.net

Replying to @KalleWirsch@federation.network

@KalleWirsch "Volkscharakter" war vielleicht ein missverständliches Wort. Aber ich meinte schon, was Du en detail erklärst. Es sind Historie und Erfahrungen, die aus einer Gruppe etwas machen, eine "Kultur" mit Dingen umzugehen, die Art wie sie sich wofür entscheiden. Und das unterscheidet sich von einer anderen Gruppe, der wieder anderes widerfuhr. Selbst wenn das alles Individuen sind, gibt es halt hier wie dort Gruppenmerkmale oder eine Art Gruppenschicksal. Ob du das Volk oder Staat nennst oder Ethnie. Die Gruppe kann sich überschneiden, abgeschlossen sein, oder gesplittet wie in Nigeria durch künstliche Grenzen durch Kolonialisten über gewachsene Stammesgrenzen hinweg.
Ich denk immer an die zwei Bonobo-Gruppen, die durch einen Fluss geteilt völlig verschiedene Sozialisation entwickelten. Die einen lösen alles mit Gewalt und sind Killer, die anderen lösen alles friedlich mit Sex und Körperlichkeit. (Und töten nur welche, die Babies angreifen) @AlienJay