Zum heutigen #DIDAY stelle ich bei der Stadt Schwäbisch Hall einen EinwohnerInnenantrag gemäß §20b Gemeindeordnung Baden-Württemberg.

Meinen ersten.

Ich beantrage, dass die Stadt #SchwäbischHall für ihre gesamte Öffentlichkeits- und Zielgruppenarbeit im Bereich „Sozialer Netzwerke“ mindestens immer auch ein Angebot auf den dezentral, nicht-kommerziell und demokratisch organisierten Plattformen des #Fediverse wie #Mastodon, #Pixelfed, #Friendica, #Loops oder #PeerTube anbietet.

Rathaus der Stadt Schwäbisch Hall
per eMail
Anregungen und Beschwerden („Einwohner:innenantrag“) gemäß §20b Gemeindeordnung
Baden-Württemberg
Ich beantrage
dass die Stadt Schwäbisch Hall für ihre gesamte Öffentlichkeits- und Zielgruppenarbeit im Bereich
„Sozialer Netzwerke“ mindestens immer auch ein Angebot auf den dezentral, nicht-kommerziell
und demokratisch organisierten Plattformen des „Fediverse“ wie Mastodon, Pixelfed, Friendica,
Loops oder PeerTube anbietet.
Alle Informationen werden mindestens gleichzeitig zu einer möglichen Veröffentlichung auf
kommerziellen Plattformen (Instagram, Facebook, LinkedIn) auch im Fediverse
angeboten und dort auch eine Kommunikation mit den Bürgerinnen und Bürgern gewährleistet.
(„+1-Strategie“)
Bei der Kommunikation auf kommerziellen Plattformen wird immer auf das Angebot auf den
freien, dezentralen und offenen Standards folgenden Angeboten im Fediverse hingewiesen.
Ziel ist langfristig(!) eine Ablösung des Angebots auf den kommerziellen Plattformen, statt diesen
durch öffentliche Informationen weiterhin Relevanz zu verschaffen.
Neben Fediverse-Angeboten der Stadtverwaltung selbst setzt sich die Stadt Schwäbisch Hall auch
bei ihren wesentlichen Beteiligungen wie Stadtwerke, Stadtbücherei, etc. für die oben beschriebene
Nutzung des Fediverse ein.
Begründung
Kommerzielle Plattformen aus den USA (u.a. X, Facebook, Instagram, linkedIn) und China (u.a.
Tiktok) haben sich des öffentlichen Raums bemächtigt und steuern, wer was sieht, welche
Meinungen nach oben gespült werden und bestimmen über Sichtbarkeit nach ihren finanziellen
Interessen. Die Algorithmen der Plattformen bevorzugen emotional aufwühlende Beiträge,
darunter Fake News und Hate Speech, weil diese die Nutzenden länger auf der Plattform halten.
Nur so können noch mehr Daten der Nutzenden ausgespäht und zu Profilen zusammengetragen
werden. (https://savesocial.eu/#worum)
Viele Institutionen, die diese kommerziellen Plattformen nutzen, glauben, dass sie nur dort ihre
Zielgruppe erreichen können. Außerdem wollen viele ein Gegengewicht zu den Desinformationen
schaffen, die diese Plattformen fluten. Nur: Der Algorithmus verhindert, dass dieses
Gegengewicht entsteht, weil er seriöse Informationen und Meldungen, die in andere Angebote
verlinken, systematisch benachteiligt. Links auf die eigenen Angebote außerhalb dieser
Plattformen, z.B. die Website der Stadt, werden vom Algorithmus mit einer schlechteren
Sichtbarkeit des Beitrags bestraft. Und auch die Reichweite trügt: Eine aktuelle Studie hat z.B.
beim Angebot der ZEIT auf X ergeben, dass bei rund 2.300.000 Followern die einzelnen
Meldungen im Schnitt nur knapp 2.900 mal angesehen wurden. 2,1 Retweets und 5,1 Likes waren
die Ausbeute aus 2,3 Mio. vermeintlicher „Reichweite“. (https://netzpolitik.org/2026/medien-auf-x-
im-permanenten-shitstorm/)
Man muss sich das Szenario vorstellen: Bürgerinnen und Bürger folgen einem Account der Stadt
Schwäbisch Hall auf einem kommerziellen Netzwerk, um über Baustellen, Veranstaltungen, aber
auch Krisensituationen informiert zu sein. Wenn diese Meldungen dann ausgespielt werden, sehen
sie gar nicht alle folgenden Bürgerinnen und Bürger, weil der Algorithmus stattdessen eventuell
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Inhalte von Werbetreibenden oder ein KI-Fake-Video in die „Timeline“ spült und bevorzugt.
Außerdem fehlt jegliche digitale Souveränität: Accounts auf solchen kommerziellen Plattformen
aus dem Nicht-EU-Ausland können jederzeit von diesen gesperrt oder gelöscht werden, inklusive
des Totalverlustes der Inhalte und des entstandenen Netzwerks. Das darf nicht die Zukunft der
Kommunikation zwischen der Stadt und ihren Bürgerinnen und Bürgern sein und bleiben. (https://www.govtech.com/gov-experience/facebooks-newsfeed-algorithm-will-negatively-impact-government.html)

Beim Fediverse sieht es ganz anders aus: Kein Algorithmus steht mehr zwischen denjenigen, die
einen Kanal betreiben und denen, die ihn abonnieren oder folgen. Die Meldungen müssen daher
auch nicht für einen Algorithmus optimiert werden, sondern wieder für die Zielgruppe. Erste
Institutionen und Medienhäuser, die neben den kommerziellen Plattformen auch Angebote im
Fediverse haben, registrierten, dass bereits die Mehrzahl der Aufrufe ihrer verlinkten Inhalte aus
dem Fediverse kommen, trotz deutlich geringerer (aber wachsender) absoluter Nutzerzahlen.
(https://www.turi2.de/aktuell/lese-tipp-wie-heise-statt-x-nun-mastodon-bespielt/)

Das Fediverse erfüllt das Versprechen von digitaler Souveränität, Transparenz und Datenschutz.
Man kann die Inhalte eines Kanals ansehen, ohne einen Account im Fediverse zu haben, einfach
über einen Browser. Alle Anwendungen des Fediverse sind untereinander 100% interoperabel.
Das wäre so, als ob man in seiner Instagram-App auch einzelnen Anbietern auf Facebook oder
Youtube folgen kann. (https://digitalcourage.de/fediverse-anleitung)

Große Chancen bieten auch nutzer- und themenspezifische Social-Media-Walls, die die Stadt
selbst oder die Zivilgesellschaft auf einer Website mit wenigen Klicks einrichten und dann alle
Nachrichten der Stadt, ihrer Beteiligten und aus der Stadtgesellschaft selbst anzeigen, erneut
interoperabel zwischen allen Plattformen des Fediverse. (Beispiel: https://fediwall.social/?servers=mastodon.social&tags=schw%C3%A4bischhall,schwaebischhall&accounts=&lang=de&hide=nsfw)

Auf der Mastodon-Instanz bawü.social haben bereits mehrere Gemeinden, Landkreise, Bibliotheken, Universitäten, und der Landtag Ba-Wü einen Mastodon-Account. (vgl. https://bawü.social/directory)

Die Stadt Schwäbisch Hall ist Vorreiterin in Digitaler Souveränität, in dem seit mehr als zwanzig Jahren in der Gemeindeverwaltung Open Source Software eingesetzt wird. Beschreiten wir nun den nächsten Schritt in die digitale Souveränität.

Angebote wie die der Stadt Schwäbisch Hall werden weitere Nutzende ins Fediverse bringen. Moderne Administrations-Tools ermöglichen ohne erhöhten Aufwand, mehrere Plattformen zu betreuen. Holen wir uns den öffentlichen digitalen Raum zurück.
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Replying to @h0ldi@sueden.social

Alle Informationen werden mindestens gleichzeitig zu einer möglichen Veröffentlichung auf kommerziellen Plattformen (Instagram, Facebook, LinkedIn) auch im Fediverse angeboten und dort auch eine Kommunikation mit den Bürgerinnen und Bürgern gewährleistet. („+1-Strategie“)

Bei der Kommunikation auf kommerziellen Plattformen wird immer auf das Angebot auf den freien, dezentralen und offenen Standards folgenden Angeboten im Fediverse hingewiesen.

Replying to @h0ldi@sueden.social

Ziel ist langfristig(!) eine Ablösung des Angebots auf den kommerziellen Plattformen, statt diesen durch öffentliche Informationen weiterhin Relevanz zu verschaffen.

Neben Fediverse-Angeboten der Stadtverwaltung selbst setzt sich die Stadt Schwäbisch Hall auch bei ihren wesentlichen Beteiligungen wie Stadtwerke, Stadtbücherei, etc. für die oben beschriebene Nutzung des Fediverse ein.